Sechs sehr gut besuchte Aufführungen, ein gut gelauntes Publikum und jeweils am Ende ein lang anhaltender Applaus: "Matto", unter der Regie von Renato Cavoli (Assistenz: Ursi Baumgartner) zog im Gemeindesaal Ballwil alle in seinen Bann.
Das erste Mal auch als Theaterensemble unter seinem neuen Namen "Canto Allegro", zeigte der ehemalige Ballwiler Kirchenchor, dass er die richtigen Töne nicht nur singend, sondern auch verbal und spielend beherrscht. Friedrich Glausers Krimi, ein echtes Meisterwerk des grossen Schweizer Schriftstellers, bestach auch auf der Bühne durch herrliche Dialoge, einen weit gespannten Spannungsbogen und kantige, erdige Figuren. Figuren, mit denen der Berner Wachtmeister Studer konfrontiert wird, als der bejahrte Anstaltsdirektor Borstli verschwunden und Tage später ermordet am Ende der Kellertreppe aufgefunden wird.
Die Geschichte, welche gleich zweimal verfilmt wurde, ist bekannt. Und doch vermag sie das Publikum immer wieder zu fesseln. Und den Ballwiler Spielleuten ist es gelungen, das Leben in der Anstalt Randlingen (nomen es omen), ohne Zeigfingermoral, mit grosser Spiellust und in einer gut austarierten Besetzung auf die Bühne zu bringen.
Der Theaterabend wurde durch zwei herrliche Chorauftritte von "Canto Allegro" bereichert. Dirigent Hannes Rösti schrieb gar das erste von zwei Liedern selber. Auch die musikalische Begleitung des gut zweistündigen Theaters (Hannes Rösti, Klarinette; Josy Käch, Akkordeon) trug enorm viel zur passenden Stimmung bei, begleitete Glausers Krimi sehr einfühlsam.
Einmal mehr gelang es den Ballwilern, einem sehr bekannten Stoff eine eigene Handschrift zu verpassen. Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus und positivem Feedback in den Gesprächen nach dem Theater, im Foyer, an der Bar, oder im Matto-Stübli.
