Die Bühne im Baubeler Gemeindesaal mutiert im November 2025 zur Psychiatrischen Anstalt Randlingen, oder wie man damals sagte, zur Irrenanstalt. Der legendäre Wachtmeister Studer hat den Mord an Anstaltsdirektor Borstli aufzuklären. Das Stück "Matto" gehört zu den grossen Schweizer Krimiklassikern.
Seit einigen Wochen proben die Theaterleute von "Canto Allegro" nun an "Matto", diesem unerhört dichten und unerhört spannenden Stoff von Friedrich Glauser. Der grosse Schweizer Autor war selber mehrere Male in Irrenanstalten interniert. Oder, wie es damals hiess: Man hatte ihn dorthin "versorgt". Glauser, ein bekennender Morphinist, kennt also das Reich des Irrsinns wie kein Zweiter, weil er selber Teil davon war. Umso grossartiger beschreibt er die Stimmung in der Anstalt Randlingen, die Spannungen im Personal, welche nach dem Mord an Anstaltsdirektor Ulrich Borstli, auch auf die Insassen übergreifen.
Wer hatte einen Grund Borstli umzubringen? Etwa dessen Stellvertreterin, Frau Doktor Laduner? Alle in Randlingen wissen, das sich die beiden spinnefeind sind. Es geht um Machtansprüche, um die Deutungshoheit in der Beurteilung von psychisch kranken Menschen. Und wie man ihnen helfen könnte.
Der legendäre Wachtmeister Studer übernimmt den Fall. Und begegnet ganz vielen Menschen, die sich verdächtig machen. Der Fahnder lässt sich nicht in die Karten blicken. Auch nicht von der hübschen Krankenschwester Irma, die mit Borstli nächtliche Spaziergänge unternimmt und mit Herbert Caplaun einen ihr sehr nahestehenden Patienten umsorgt. Und auch nicht von Frau Doktor Laduner, die aus ihrer Abneigung gegen die Arbeitsmethoden ihres "Chefs" Borstli kein Geheimnis macht.
Nur einer scheint zu wissen, wer Borstli umgebracht hat. Schül, ein Insasse, ein ehemaliger Fremdenlegionär. Er nennt "Matto", den Hausgeist, seinen Freund. Und er ist überzeugt, dass "Matto" den Direktor zu sich geholt hat. Studer ist nicht abgeneigt, dem grossen Poeten Schül zu glauben... zumindest ein bisschen...

